Darmspiegelung (Coloskopie)

Wann ist eine Darmspiegelung nötig:

 

In einem Vorgespräch klären wir mit Ihnen die Notwendigkeit der Untersuchung. Grundsätzlich dient die Darmspiegelung der Abklärung von Stuhlunregelmäßigkeiten, Bauchbeschwerden/Schmerzen, chronischem Durchfall, Blutarmut/Blut im Stuhl und besonders auch der Vorsorge. Dabei können zuverlässig z.B. eine Darmentzündung, Divertikel („Ausstülpungen des Darms“), Hämorrhoiden, Polypen oder ein Geschwulst festgestellt werden. Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) können sofort entfernt und damit die Entwicklung zum Tumor verhindert werden.

Sedierung („Narkose“):

 

Bei der Untersuchung muss Luft/Gas in den Darm gegeben werden, dies kann zu unangenehmen Blähungen/Schmerzen/Verkrampfungen führen. Daher lassen die meisten Patienten die Untersuchung mit einer „Schlafspritze“ (Sedierung) durchführen. In der Regel verwenden wir dazu ein spezielles kurzwirksames Schlafmittel (Propofol). Wenn Sie die Untersuchung mit Sedierung (Schlafmedikament) gewählt haben, dürfen Sie danach (bis zum nächsten Tag):

 

  • kein Auto fahren
  • nicht selbst am Straßenverkehr teilnehmen (nicht alleine Bus- oder Bahnfahren!)
  • nicht allein die Praxis verlassen
  • nicht arbeiten/Maschinen bedienen (Arbeits- und Geschäftsunfähigkeit)

 

Sie müssen sich dann entweder aus der Praxisetage abholen oder mit dem Taxi nach Hause bringen lassen!

Komplikationen / Qualitätssicherung:

 

Die Untersuchungen werden ausschließlich durch uns als langjährig erfahrene Fachärzte durchgeführt! Das Komplikationsrisiko der Untersuchung ist gering, dennoch sind Zwischenfälle möglich. Auch dies besprechen wir individuell mit Ihnen im Vorgespräch, ein Aufklärungsbogen informiert Sie zusätzlich. Neben einer externen regelmäßigen Hygenieprüfung unterliegt die Praxis auch der Qualitätskontrolle durch die KV. Die nachfolgende Übersicht gibt Ihnen einen Eindruck der Ergebnisqualität im Vergleich zu allen gastroenterologischen Praxen im Bundesgebiet:

 

Anteil festgestellter Krebsvorstufen (Adenom-Polypen) im Rahmen der Vorsorgedarmspiegelung:

Unsere Praxis: 31%

Durchschnitt aller Praxen: 25%

 

Entfernungsrate der Krebsvorstufen (Adenom-Polypen) in gleicher Sitzung bei der Vorsorgedarmspiegelung:

Unsere Praxis: 98,1%

Durchschnitt aller Praxen: 96,2%

 

Anteil festgestellten Darmkrebs im Rahmen der Vorsorgedarmspiegelung:

Unsere Praxis: 1%

Durchschnitt aller Praxen: 1%

 

Komplikationsrate (Darmdurchbruch):

Unsere Praxis: 0%

Durchschnitt aller Praxen: 0,01%

 

(Daten 2014 des Zentralinstituts für die KV-Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland)

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Technik:

 

Bei der Darmspiegelung wird über den Darmausgang (anal) ein dünner, steuerbarer Schlauch (Endoskop) eingeführt. Unter Eingabe von Luft/Gas wird der Darm etwas aufgebläht, somit kann die Innenwand beurteilt werden. An der Spitze befinden sich eine Kamera (Chiptechnik) sowie der Arbeitskanal, über den z.B. Proben entnommen oder Polypen („Darmkrebsvorstufen“) entfernt werden können.

Ihre Vorbereitung:

 

Zunächst vereinbaren Sie einen Termin zu einem Vorgespräch. In dem Gespräch haben Sie die Möglichkeit, Ihre Beschwerden zu erläutern, wir legen dann gemeinsam das weitere Vorgehen fest. Sollte eine Darmspiegelung notwendig sein, besprechen wir dann auch Ablauf und Termin. Zur Vorbereitung der Darmspiegelung müssen Sie den Darm vollständig entleeren und spülen. Hierzu müssen Sie am Vortage der Untersuchung (nachmittags) beginnen, eine spezielle Spüllösung zu trinken. Es stehen unterschiedliche Spüllösungen zur Verfügung über die wir Sie im Vorgespräch informieren. Eine schriftliche Zusammenstellung über den genauen Ablauf der Vorbereitung wie auch die Abführlösung bekommen Sie nach unserem Vorgespräch auch ausgehändigt. Zur eigentlichen Untersuchung kommen Sie in normaler bequemer Kleidung (keine zu enge Hose, möglichst kurzärmliges Unterhemd/T-Shirt) zu uns. Im Untersuchungsraum bekommen Sie eine spez. Untersuchungshose, können sich dort umziehen und mit einer Decke bedeckt auf die Untersuchungsliege legen. Eine Blutdruckmanschette und ein Fingerclip dienen der Überwachung von Atmung und Kreislauf, über eine Plastikkanüle meist in der Ellenbeuge können wir das Schlafmedikament geben.

Zusätzlicher Service: CO2-Endoskopie

 

Als moderne Entwicklung kann statt normaler Raumluft auch ein spezielles Gas (CO2) zum Aufblasen des Darms verwendet werden. Dieses Gas wird sehr rasch vom Körper aufgenommen und über die Lunge abgeatmet. Die Untersuchung kann hierdurch für Sie komfortabler, mögliche Blähungsbeschwerden nach der Untersuchung minimiert werden. Da die Kosten für das Gas nicht von den Krankenkassen übernommen werden, können wir Ihnen diese Leistung nur mit einer Zuzahlung von aktuell 10 € anbieten. Bitte sprechen Sie uns an, ob in Ihrem Fall dieser spezielle Service sinnvoll ist.

Nach der Untersuchung:

 

An die Untersuchung schließt sich eine  Überwachungszeit von ca. 60min (bis Sie vollständig wach sind und sich wieder „fit“ fühlen) an. Dann setzen wir uns (gerne auch mit einem Angehörigen) zum gemeinsamen Gespräch zusammen. Dabei erörtern wir den Befund und besprechen mögliche weitere Therapie. Nach insgesamt 60 – 90 Min. (Untersuchungszeit + ggf. Überwachung) können Sie sich abholen lassen.

Ein Wort zum Schluss:

 

Für uns ist die Untersuchung Routine aus der Erfahrung von inzwischen mehreren Tausend Eingriffen, für Sie oftmals ein einmaliges Geschehen. Haben Sie keine Angst vor der Untersuchung! Sprechen Sie uns bei Fragen oder Unklarheiten an!

 

 

Ihre Gastroenterologen

 

Peter Lechtenbörger und Dr. med. Jens Kerker

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